Präanalytik

Entnahmen

Entnahmen

Blut

Wenn möglich sollten die Proben :

  • zwischen 07:00 und 09:00 Uhr entnommen werden
  • von nüchternen Patienten stammen, deren letzte Mahlzeit 12 Stunden zurück liegt
  • vor jeder diagnostischen oder therapeutischen Massnahme entnommen werden
  • bei der Medikamentenspiegelüberwachung ist die Plasmaspitzenkonzentration und der Steady state zu berücksichtigen
  • der Zeitpunkt der Blutabnahme muss stets auf dem Untersuchungsantragsformular angegeben werden
  • nicht von dem Arm abgenommen werden, wo eine Infusion oder Transfusion läuft
  • wenn Proben über einen Katheter entnommen werden müssen, muss der Katheter mit Kochsalzlösung gespült werden und die ersten 5 ml Blut müssen verworfen werden
  • bei mehreren Entnahmen wird folgende Reihenfolge empfohlen :
    • Flaschen für Blutkultur
    • Röhrchen ohne Zusatz
    • Röhrchen für Gerinnung (falls nur ein Röhrchen für Gerinnung zu entnehmen ist, zwei Röhrchen aufnehmen und eines wegwerfen)
    • Sonstige Röhrchen mit Zusätzen
  • für Chemie-, Immunologie- oder Serologie-Analysen entnehmen Sie bitte 2 Röhrchen

Kapillarblut

Das mittels Kapillarentnahme erhaltene Blut ist ein Gemisch von Blut aus Arteriolen, Venolen und Kapillaren. Es kann auch mit interstitieller Flüssigkeit verdünnt sein. Der erste Kapillarblutstropfen sollte beseitigt werden. Durch Erwärmung der Punktionsstelle wird das Blut arteriolisiert.

  1. Stellen Sie das Material zusammen und bereiten Sie den Patienten vor
  2. Wählen Sie den Punktionsort, erwärmen Sie ihn, desinfizieren Sie die Stelle und trocknen Sie sie (siehe oben stehende Beispiele für Punktionsorte)
  3. Einstich: Halten Sie die Ferse oder den Finger gut fest und legen die Lanzette am Punktionsort an. Betätigen Sie den Einführmechanismus mit dem Daumen und lassen Sie sofort wieder los. Ziehen Sie die Lanzette zurück und entsorgen Sie sie in einem Behälter

Probeentnahme bei Säuglingen

Serum

Für Analysen in den Bereichen Chemie, Immunologie oder Serologie arbeiten wir generell mit Serum oder manchmal mit Plasma. Bei einem Säugling mit 50% Hämatokrit, erhalten wir bei einem Mikroröhrchen von 300 µl, welches bis zur Linie gefüllt ist, maximal 150 µl Serum.

Das aufgrund des Röhrchens verlorene Volumen beläuft sich auf 50 µl; zur Durchführung der Analysen bleiben uns 100 µl.

Für die Routineanalysen in Chemie benötigen wir durchschnittlich 10 µl Serum. Für immuno-chemische Analysen werden im Durchschnitt 20 µl und manchmal bis zu 50 µl (TSH, PTH, spezifische Allergene) benötigt.

Hämatologie

Mit 350 µl Blut können wir ein Hämogramm mit Leukozytendifferenzierung + Retikulozyten oder eine Gruppe + einen Coombs-Test durchführen.

Im Zweifelsfall kontaktieren Sie bitte das Labor.

Urin 

Urin muss im Allgemeinen drei Bedingungen erfüllen, damit man ein Maximum an Informationen gewinnen kann.

  • er muss konzentriert sein: so können mehr morphologische Elemente bei der mikroskopischen Untersuchung gesehen werden
  • er muss frisch sein: im Zeitraum zwischen der Urinabgabe und der Untersuchung können sich die Keime im Urin vervielfachen
  • er muss sauer sein: so sind die Proteine weniger löslich; die morphologischen Elemente, insbesondere Kristalle und Zylinder, lösen sich weniger auf

Verschiedene Arten von Urinproben und ihre Nützlichkeit  

UrinspotQualitative und/oder quantitative Bestimmungen
MittelstrahlurinBakteriologische Untersuchung
Erster MorgenurinZellbestandteile, Zylinder
Zweiter Morgenurin
 (7 - 10 h)
Quantitative Bestimmungen im Zusammenhang mit dem Kreatininwert wenn eine Urinsammlung über 24 Stunden nicht möglich ist
24-Stunden-UrinQuantitative Bestimmungen

 24-Stunden-Urin

  • Wählen Sie ein geeignetes Konservierungsmittel * (falls erforderlich) und geben Sie es vor Beginn der Sammlung in die Flasche
  • Morgens wird die Blase geleert, der Urin weggespült und als Zeitpunkt „0“ notiert
  • Danach wird der gesamte Urin bis zum nächsten Morgen gesammelt
  • Am nächsten Morgen wird zur selben Zeit wie am Vortag, also zum Zeitpunkt „24 Stunden“, der letzte Urinanteil gesammelt
  • Lesen Sie das Volumen der Diurese anhand der Skala des Gefässes ab
  • Geben Sie das Volumen und die Zeit der Sammlung auf dem Analysenauftragsformular an
  • Mischen Sie den Urin und ziehen ihn in das geeignete Vacutainer-Röhrchen auf. Wenn spezielle Analysen anfallen, schicken Sie mehrere Röhrchen (siehe Hinweise in der Liste der Analysen)
  • Kleben Sie das Etikett, mit dem der Patient identifiziert wird, auf das Röhrchen

*Die Konservierungsmittel dienen dazu den Abbau der zu untersuchenden Substanzen zu verhindern.

Sammlung von 24-Stunden-Urin zur Bestimmung der am häufigsten analysierten Substanzen1

Analysen, die nur ohne Säuerungsmittel vorgenommen werden könnenAnalysen, die mit angesäuertem Urin durchgeführt werden könnenAnalysen, die nur mit angesäuertem Urin durchgeführt werden können
HarnsäureDelta-AminolävulinsäureHomovanillinsäure (HVS)
AlbuminKreatinin5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA)
ChloridGlukoseVanillinmandelsäure (VMA)
ProteineHarnstoffCalcium

Kalium

 Katecholamines

Freies Cortisol

 Citrat

Natrium

 Magnesium
 Oxalat
 Phosphat
 Aldosteron*
*+ Borsäure

1 Weitere Informationen finden Sie in der Liste der Analysen.

Liquor

Die Liquor-Untersuchung ist eine wertvolle Hilfe für die Diagnostik. Die Entnahme des Liquors erfordert eine invasive Handlung, deren Wiederholung, wegen einer unbefriedigenden oder ungenügenden Probe, schwierig zu rechtfertigen ist. Bevor man die Punktion durchführt, ist es wichtig, folgendes zu definieren:

  • welche Bestimmungen durchgeführt werden
  • Menge des zu entnehmenden Liquors und Zahl der vorzubereitenden Röhrchen

Wenn irgendwie möglich, soll der Liquor vor jeder Antibiotikatherapie entnommen werden

  • Verwerfen Sie die ersten 3 Tropfen Liquor
  • Wenn möglich, entnehmen Sie drei nummerierte Röhrchen in der Reihenfolge der Entnahme (für Chemie, Hämatologie, Mikrobiologie)
  • Werden spezielle Untersuchungen angefordert, entnehmen Sie mehr Liquor und eventuell Serum

Zentrifugieren

Serum / Plasma

Um eine gute Serumqualität zu erhalten, sollte das Zentrifugieren mit geronnenem Blut vorgenommen werden, wobei die ungefähre Gerinnungszeit im Röhrchen ca. 30 Minuten betragen sollte.

Um Serum von geronnenem Blut zu erhalten, muss das Blut während 10 bis 15 Minuten wie folgt zentrifugiert werden :

Monovette Serum-Gel2500 g
Vacutainer SST II Advance1300-2000 g

Für das Plasma, sollte das Zentrifugieren wie folgt erfolgen :

Monovette Li-Heparin-Gel3000 g
Vacutainer1300-2000 g

Diese Dauer und Zentrifugiergeschwindigkeit sind umso wichtiger, wenn Röhrchen mit Trenngel verwendet werden.

Die für die Zentrifuge zu programmierende Rotationsgeschwindigkeit (N) hängt von der Zahl der notwendigen g und dem Abstand zwischen der Rotationsachse und dem Röhrchen (R) ab.

g-Zahl = 1,118 x 10-5 x R x N2

Zentrifugationsrechner :  http://www.sarstedt.com/php/main.php?newlanguage=de

Blutentnahme nach dem Saugkolbenprinzip

  • Vor der Blutentnahme wird die Kanüle für Monovette® auf den Kanülenansatz der Monovette® geschoben. Sie wird befestigt, indem man sie leicht im Uhrzeigersinn dreht (1 + 2).
  • Die Vene punktieren, die Staubinde lösen und die Kolbenstange langsam zurückziehen. Warten bis der Blutfluss stoppt.
  • Monovette® vorsichtig, durch leichtes Drehen entgegen dem Uhrzeigersinn, aus der Kanüle lösen (3 + 4). Die Kanüle bleibt in der Vene.
  • Bei Mehrfachentnahmen weitere Monovetten® in die liegende Kanüle einführen und die Blutproben wie oben beschrieben entnehmen.

Beenden der Blutentnahme :

  • Die letzte Monovette® aus der Kanüle lösen (3+4), Kanüle aus der Vene ziehen.

Wichtig: ZUERST MONOVETTE® LÖSEN, DANN KANÜLE AUS DER VENE ZIEHEN.

  • Mischen Sie die Proben gründlich (nicht schütteln).
  • Für Transport und Zentrifugation muss der Kolben im Monovette®-Boden eingerastet und die Kolbenstange abgebrochen werden.

Monovette®

Benutzung

Kombinationsmöglichkeiten

  • Mit dem Membran-Adapter (A) können die Monovetten® für die Blutentnahme an "Luer"-Kanülen (z.B. Blutgasspritze) verwendet werden.
  • Mit dem Multi-Adapter (B) können die Monovetten® für die Blutentnahme an "Luer"-Verbindungen (3-Weg-Hahn, Butterfly usw.) verwendet werden.
  • Für die Blutentnahme mit einem Butterfly, benutzt man den "Multifly®" (C) mit einem Multi-Adapter.

Blutentnahme nach dem Vakuumprinzip

Vor der Blutentnahme muss die Kanüle bereits in der Vene liegen, die Vene kann entweder direkt mit der Kanüle punktiert oder die erste Probe mit Hilfe des Saugkolbenprinzips entnommen werden, dann wird die Vakuumtechnik angewendet.

  • Unmittelbar vor der Blutentnahme Kolbenstange soweit zurückziehen, dass der Kolben im Monovetten®-Boden einrastet; anschliessend Kolbenstange abbrechen (6).
  • Stauung lösen, Monovette® in die Kanüle einführen und leicht im Uhrzeigersinn drehen (7 + 8).
  • Warten bis der Blutfluss stoppt.
  • Monovette® vorsichtig, durch leichtes Drehen entgegen dem Uhrzeigersinn, aus der Kanüle lösen (9 + 10). Die Kanüle bleibt in der Vene.
  • Bei Mehrfachentnahmen weitere Monovetten® in die liegende Kanüle einführen und die Blutproben wie oben beschrieben entnehmen.

Beenden der Blutentnahme:

  • Die letzte Monovette® aus der Kanüle lösen (3+4), Kanüle aus der Vene ziehen.

Wichtig: ZUERST MONOVETTE® lÖSEN, DANN KANÜLE AUS DER VENE ZIEHEN.

  • Mischen Sie die Proben gründlich (nicht schütteln).

Material

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